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UNTERE VALDARNO GEBIET
Das untere Valdarno-Gebiet beginnt am Zusammenfluss der Fluesse
Pesa und Elsa und zieht sich bis ans Meer hin.
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Das
groesste und lebhafteste Zentrum im Hinblick auf Produktion und Handel
ist Empoli, wo sich viele Betriebe Bekleidungs- und Glasindustrie
konzentrieren. Das historische Zentrum von Empoli bewahrt einige Ueberreste
der Mauern aus dem 15.Jh. und die wunderschoene Stiftskirche Sant'Andrea,
die am Hauptplatz liegt. Diese Kirche bewahrt von der urspruenglichen
Anlage nur den unteren Teil der romanischen Fassade in weiss-gruenem
Marmor, waehrend der, im Zweiten Weltkrieg zerstoerte, obere Teil
nach den romanisch-gothischen Stillinien wiederaufgebaut wurde. Das
Museum der Stiftskirche birgt Meisterwerke florentinischer und toskanischer
Kuenstler der Zeit zwischen dem 14. und 15. Jh.. Sehenswert ist auch
die im 14.Jh. erbaute Kirche Santo Stefano, die ab 1424 von Masolino
di Panicale und seinen Schuelern mit Fresken verziert wurde. Im nahen
Pontorme, wo der Maler Carrucci, auch Il Pontormo genannt, geboren
wurde, sollte man die Kirche San Michele mit wichtigen Gemaelden und
Skulpturen besuchen. Das Geburtshaus des Pontormo ist vor kurzem von
der Gemeinde Empoli gekauft worden, die es nun restauriert, um es
zu einer Erinnerungsstaette zu machen, wo Werke und Moebel ausgestellt
und Ausstellungen und Seminare organisiert werden. In Empoli befindet
sich ausserdem die Casa Busoni, die im Geburtshaus des beruehmten
zeitgenoessischen Pianisten eingerichtet wurde. Hier sind auch das
Studienzentrum Centro Studi Busoniani, das ein Archiv verwaltet, ein
Museum und eine Bibliothek, sowie Manuskripte, Moebel und Plakate,
untergebracht.Hinter Empoli kommt man in die Gegend von Montelupo
Fiorentino,das in der ganzen Welt fuer die Keramikproduktion beruehmt
ist. Einst war Montelupo ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt zwischen
der florentinischer Gegend, dem Appenin und der tyrrhensichen Kueste.
Die strategische Lage und der Wasserreichtum liessen zahlreiche Manufakturzweige
entstehen, der wichtigste darunter ist die Keramikherstellung, die
ihren Hoehepunkt zwischen dem 15. und 16.Jh. erlebte. Auch heute erhalten
die "Handwerker-Kuenstler" diese Tradition am Leben, indem
sie Kunstwerke herstellen, die in die ganze Welt exportiert werden.
In Montelupo wird jedes Jahr am letzten Sonntag im Juni das internationale
Fest der Keramik abgehalten, waehrend die Berufsschule fuer kuenstlerische
Keramik Kurse anbietet, die ein Jahr dauern, aber auch intensive Wochen-
und Wochenendkurse. Wahrscheinlich entstand Montelupo am Ende des
Hochmittelalters als Burg; danach eroberten die Florentiner im Jahre
1204 das Territorium und vergroesserten den Militaerstuetzpunkt. Man
kann noch in der Naehe der Prioria di San Lorenzo die Reste der Wehrmauern
des Trecento > sehen. Einen Besuch wert ist die Pieve San Giovanni
Evangelista mit der wunderschoenen Freske der "Madonna auf dem
Thron mit Kind und vier Heiligen" und die Medici Kappelle Ambrogiana,
die im 16.Jh. von den Medici erbaut wurde und heute Sitz einer psychiatrischen
Klinik ist. Die jahrhundertealte Tradition der Keramik liess das Museum
der Archaeologie und der Keramik entstehen, wo die Funde von mehr
als zwanzig Jahren an Ausgrabungen im Valdarno Fiorentino und Zeugnisse
der Herstellung mit Funden aus dem 12.Jh.. bis hin in die Neuzeit
ausgestellt sind. Auf dem Gebiet der Gemeinde von Montelupo, zwischen
den Orten Pulica und den Fluessen Pesa und Virginio, wurde der Archaeologische,
Technologische und Naturalistische Park eingerichtet, wo die Reste
einer roemischen Villa aus dem 1. Jh. v.Chr. erhalten sind; hier sind
moderne Anlagen zur Weltraumforschung sind installiert worden. Am
Montelupo gegenueberliegenden Ufer sollte man einen Abstecher nach
Capraia und Limite machen, die eine einzige Gemeinde bilden. In Capraia
liegen die antiken Befestigungsreste und die Kirche Santo Stefano
mit ihren interessanten Gemaelden und sakralen Gegenstaenden. Montereggi
bei Limite ist eine grosse archaeologische Staette mit Resten der
etruskischen und roemischen Periode.
An den Auslaeufern des Montalbano liegt die kleine malerische
Stadt Vinci, die beruehmt ist als Geburtsort des Genies Leonardo,
der hier 1452 das Licht der Welt erblickte. Inmitten einer herrlichen
Landschaft, in der viele Docq Weine und das erstklassige Olivenoel
produziert werden, liegt Vinci, das von einem hohen Glockenturm aus
dem 19.Jh. und dem charakteristischen, mandelfoermigen Castello der
Herzoege Guidi ueberragt wird. Die Rocca del Castello beherbergt das
Museum Leonardos, das eine der groessten und komplettesten Sammlungen
der, von Leonardo entworfenen, Maschinen zeigt. Neben der Leonardo
Bibliothek liegt das Informationszentrum ueber den Kuenstler und dessen
Periode, wo Kopien aller Manuskripte und Bilder Leonardos sowie alle
Drucke ausgestellt sind. In der Altstadt von Vinci sollte man das
kleine Oratorium der Santissima Annunziata mit einer "Verkuendigung"
Frà Paolinos von Pistoia besuchen. Die tausendjaehrige Pieve
San Giovanni Battista in Greti in Sant'Ansano mit ihren wertvollen
Gemaelden kann man nur nach vorheriger Absprche besichtigen. Im Gemeindegebiet
von Vinci liegt auch das Naturschutzgebiet Montalbano, ein grossses
Territorium mit einer typischen Vegetation bestehend aus Oliven, Weinreben
und Kastanien. Im 17.Jh. waren einige der heute unter Naturschutz
stehenden Gebiete von den Medici als "Barco Reale Mediceo"
bestimmmt, einem Jagdgebiet der Familie. Aus diesem Grund wurden die
Waelder immer gut gepflegt und geschuetzt und bieten heute ein kostbares
Naturschutzgebiet, in dem sich zahlreiche Wander-und Radwege erstrecken.
Einer davon fuehrt zum Geburtshaus Leonardos, in dem heute eine Ausstellung
mit Reproduktionen von Bildern und Karten eingerichtet ist.
Der Ort Cerreto Guidi hat eine ganz besondere, runde Struktur
mit der Medici Villa in ihrer Mitte, die auf Wunsch des Grossherzogs
Cosimo I wohl vom jungen Buontalenti erbaut wurde. Das maechtige Gebaeude
enthaelt Originalmoebel, Einrichtungsgegenstaende und eine Sammlung
von Portraets der Familienmitglieder Medici. In die Villa gelangt
man ueber eine monumentale Treppe, auch "Ponti Medicei"
(Medici Bruecken) genannt. Die nahe Pieve San Leonardo, ueber deren
Ursprung nichts bekannt ist, wurde die Hauptkirche von Cerreto Guidi
im 15.Jh.. Im Inneren dieses strengen, spaet romanischen Gebaeudes
sind zahlreiche Gemaelde und ein wunderschoenes Taufbecken Giovanni
della Robbias erhalten. Die Gegend um Cerreto Guidi ist vor allem
laendlich und charakterisiert von verstreut liegenden Gehoeften, Villen
und Pieven. Von besonderem Interesse ist das Naturschutzgebiet der
Gemeinde Cerreto Guidi, das das Sumpfgebiet Padule di Fucecchio
umfasst, heute eines der letzten Schutzgebiete fuer viele Pflanzen
und typische Tiere der Suempfe, wie Reiher, Stoerche und Kraniche.
Im Herzen von Padule, diesem Paradies des Birdwatching, ziehen sich
9 ausgeschilderte naturalistische Wanderwege entlang.An den westlichen
Auslaeufern des Monte Albano liegt Fucecchio, ein fuer das Gerben
und die Verarbeitung von Leder bekanntes Industriezentrum. Das 1330
von den Florentini eingenommene Fucchio bewahrt in seinem Zentrum
elegante Strassen und herrschaftliche Gebaeude, unter denen die Kollegiatskirche
San Battista hervorsticht. Das Museo Cittadino, das einst in der Kirche
San Salvatore, spaeter aber in der Villa Corsini untergebracht war,
stellt Gemaelde, Schmuck und lithurgische Gegenstaende der Periode
vom 13. bis 17.Jh. aus.Letzte Station des Gebietes Valdarno Inferiore
vor den Toren von Florenz ist Lastra a Signa uein grosses Produktions-und
Wohnzentrum, das noch heute die von den Florentinern 1377 erbauten
Mauern bewahrt. Sehenswert ist die Kirche Santa Maria alla Lastra
und das elegante, wohl von Brunelleschi erbaute SPEDALE Sant'Antonio.
Unweit von Lastra ist die romanische, spaeter aber mehrmals umgebaute
Pieve San Martino unbedingt zu besuchen, die eine wunderschoene, von
Leon Battista Alberti entworfene Apsis aus dem 15.Jh. enthaelt. Im
angrenzenden Museum sakraler Kunst sind Gemaelde, sakrale Gegenstaende
und Paramente ausgestellt. In Lastra ist das Caruso-Haus, des in der
ganzen Welt bekannten Tenors aus Neapel, einen Besuch wert. Die Villa,
die bald Sitz einer Akademie fuer die Foerderung neuer musikalischer
Talente werden soll, wurde 1906 von Caruso gekauft und mit einem herrlichen
itaienischen Garten umgeben. In der Naehe von Lastra a Signa liegen
viele antike Villen; einen Abstecher sollte man nach Malmantile machen,
einem malerischen Ort mit Mauern aus dem !5.Jh. und einer, aus dem
spaeten Mittelalter stammenden Struktur.
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