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CALENZANO
Die Gemeinde Calenzano ist heute Sitz zahlreicher Betriebe,
Einkaufszentren und Firmen des Dienstleistungswesens. Die moderne
Ortschaft liegt zwischen den Huegeln San Donato und Castello, wo
es noch Zeugnisse antiker Siedlungen gibt.
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Der
roemische Ursprung von Calenzano wurde durch einen zufaelligen archaeologischen
Fund im Laufe von Baggerarbeiten belegt: ans Licht kamen einige Ueberreste
eines roemischen Aquaedukts aus dem 1. - 2. Jh. n.Chr., das urspruenglich
wohl Calenzano, Sesto Fiorentino, Quinto und Quarto durchquerte, um
die Wasserversorgung der Stadt Florenz zu garantieren. Man kann sich
die Strukturen des Aquaedukts heute von einigen privaten Feldern und
vom Untergeschoss der koeniglichen Villa Castello ansehen. In Calenzano
sind auch Reste des Castello, des antiken befestigten Stadtteils,
zu sehen; der Rest fiel in den letzten Jahrhunderten dem Bau von Wohnhaeusern
zum Opfer. Viele Abschnitte der Stadtmauer und zwei Wehrtore aus dem
15. Jh. sind erhalten geblieben.
Calzano
bietet auch eines der originellsten Museen Italiens: das 1981 eingeweihte
Museum der Zinnsoldaten und der geschichtlichen Figuren, das seltene
Einzelstuecke und ganze Serien ausstellt, um die bedeutendsten Ereignisse
der lokalen Geschichte zu erzaehlen, wie z.B. die Belagerung des Castello
von Calenzano durch Castruccio Castracani im Jahre 1320. Im Zentrum
der kleinen Stadt ist das Oratorium der Compagnia del Sacrissimo Sacramento
einen Abstecher wert, ein herrliches Beispiel barocker Architektur
aus dem Jahr 1584. Der Altar wird von einem Gemaelde verziert, das
die Dornenkroenung darstellt und von Passignano gemalt worden ist,
demselben Kuenstler, dem auch die Freske im Gewoelbe der Kapelle
zugeschrieben wird. Die Huegellandschaft um Calenzano ist voller herrlicher
Villen, die zum groessten Teil waehrend der Renaissance auf Wunsch
der reichen florentinischen Familien gebaut wurden. Die Villa Volmiano
liegt unweit des malerischen Ortes Legri, in einer dominierenden Aussichtslage.
Das antike Volmiano, einst im Besitz der adeligen Familie
Cerretani, wurde 1490 restauriert und schloss bei dieser Gelegenheit
auch den antiken mittelalterlichen Turm in den Komplex ein. Im 17.
Jh. wurde diese Villaausgebaut und in einen Gutshof verwandelt. Neben
der Villa Volmiano befindet sich das Oratorium San Giovanni Decollato,
ein schoenes Beispiel der Architektur des spaeten 17. Jahrhunderts.
In der Umgebung des Castello und liegen die Pieven San Donato und
San Niccolò, denen man einen Besuch abstatten sollte. Die schon
im Jahre 1000 zitierte Pieve San Donato wurde Ende des 16. Jh.s umgebaut
und erlebte in der ersten Haelfte des 17. Jh.s weitere Veraenderungen.
Die Struktur besteht aus drei Schiffen mit Altaeren aus dem Jahr 1740.
Die Fassade ist aus dem Settecento, waehrend der Glockenturm seine
originale romanische Struktur beibehaelt. Diese Kirche wurde in ganz
Europa beruehmt dank des Werkes von Don Milani, der hier von 1947
bis 1954 Pastor war und eine Volksschule gruendete aus der Ueberzeugung,
dass die Bildung ein Grundrecht aller Buerger sei, auch von denen,
die aus nicht so wohlhabenden Familien stammten.
Die Pieve San Niccolò bewahrt an ihrem Aeusseren einige
Ueberreste der romanischen Struktur. Einst Kirche des Castello, wurde
sie 1320 mit diesem von Castracani zerstoert und 1387 wieder aufgebaut.
Die herrliche Villa Collina steht auf einem mit Bollwerken befestigten
Erdwall und ist in der ersten Haelfte des 16. Jh.s von der Familie
Salviati erbaut worden. Eine Ueberfuehrung verbindet den Park der
Villa mit dem Oratorium della Visitazione, das mit einem mit Fresken
bedeckten Tonnengewoelbe verziert ist. Die auf eier Anhoehe gelegene
Villa San Donato zeigt Spuren verschiedener Epochen und Kunstrichtungen.
Im Renaissance-Stil im 15. Jahrhundert erbaut, bietet sich dem Besucher
ein herrlicher Bogengang, der
auf den schoenen Park hinausschaut. Die Villa Travalle mit ihrer charakteristischen
Hufeisenform wurde im 17. Jh. von der florentinischen Familie Strozzi
erbaut, die sie in eine der wichtigsten andwirtschaftlichen Betriebe
verwandelte, und die die Arbeit anderer Gutshoefe der Umgebung
aktiv organisierte. |
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