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MUSEEN, MUEHLEN UND PIEVEN
Ler mittelalterliche Ursprung der Orte der Lunigiana und
der tiefe Respekt seiner Bevoelkerung fuer die eigene Vergangenheit
haben es fertig gebracht, dass nichts von der durchlebten Geschichte
verloren gegangen ist. So sind
hier auch zahlreiche Muehlen und Pieven gut erhalten und stehen
den Besuchern zur Besichtigung offen, waehrend viele Museen zur
Erinnerung an die Vergangenheit eingerichtet worden sind. In der
Lunigiana, einer an
reissenden Baechen reichen Gegend, gehoeren Muehlen seit jeher zum
taeglichen Leben und zum Bild der Landschaft. Mit den Steinraedern
der Wassermuehlen wurden Kastanien der umliegenden Waelder gemahlen,
um ein an Naehrstoffen reiches Mehl zu gewinnen, dass es der Bevoelkerung
ermoeglichte, sich waehrend der langen Wintermonate zu ernaehren.
Noch heute funktionieren einige dieser Muehlen, z.B. eine in Fivizzano,
eine nahe der Pieve von Sorano, eine andere bei Rocca
Sigillina und eine in Zeri, die heute nur noch im Herbst
in Betrieb ist.
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Die
Pieven, Ausdruck der tiefen Religioesitaet und Spiritualitaet der
Bevoelkerung, liegen ueberall im Gebiet der Lunigiana verstreut. Besonders
bedeutend sind die im Inneren der Pieven aufbewahrten Kapitelle mit
Gesichtszuegen von Monstern und engelgleichen Kreaturen, Symbolen
der Suende und der Rettung. Sirenen, Monster und abgeschlagene Koepfe
sind an den Kapitellen der Codiponte, in der Naehe von Casola,
zu sehen, waehrend Blumensymbole auf den Kapitellen der San Paolo
di Vendaso. eingemeisselt sind. Die Verzierungen und die Architektur
der Pieve von Sorano zeugen davon, wie die Via Francigena zum Austausch
und der Fusion zwischen dem romanisch-langobardischen und dem toskanischen
Leben beitrug.
Besonders suggestiv ist auch die, inmitten von Zypressen gelegene,
Pognana, von der man ein herrliches Panorama ueber das tiefer
gelegene Tal geniessen kann.
Das originellste der vielen Museen in der Lunigiana ist das
Museo Etnografico das Gegenstaende der baeuerlichen Tradition
ausstellt, und seinen Sitz in Villafranca hat. Es wurde in einer kleinen
Muehle eingerichtet und zeigt die Utensilien, die zur Verarbeitung
der Kastanien, des Hanfes und des Getreides benutzt wurden. Ausgestellt
sind hier auch Gegenstaende, die man zur Bearbeitung von Eisen, Weidenruten,
Holz und Steinen, von Milch und zur Weinherstellung benoetigte; ausserdem
dokumentieren Messinstrumente, Fotos und Beschreibungen in allen Details
die doerfliche und baeuerliche Kultur dieser Gegend. Einen Besuch
ist auch das Museo delle Statue e delle Steli lunigianesi,
in Pontremoli wert, wo, als Original oder als Kopie, alle Statuen
und Stelen der Region gesammelt wurden. Antropomorfe Skulpturen und
archaische Stelen, die bis ins zweite Jahrtausend v.Chr. zurueckgehen,
zeigen die Religioesitaet und den Mystizismus der Bevoelkerungen,
die schon zwei Jahrhunderte vor der
roemischen Eroberung die Region Lunigiana bewohnten.
In Aula kann man das Museo di Storia Naturale della Lunigiana,
(Museum der Naturgeschichte Lunigianiens) besuchen, das 1979 eingerichtet
wurde, um zur Kenntniss des lokalen naturalistischen Patrimoniums
und seiner Erhaltung beizutragen. Hier werden Erklaerungen geliefert
zu den Besonderheiten der Niederwaelder, Kastanien- und Buchenwaelder,
dem Anbau im Huegelland, der
Bergflora und den geologischen Besonderheiten der umliegenden Grotten.
Ergaenzt werden diese Informationen durch Aquarien und Terrarien mit
typischen Tieren dieser Gegend. Neben dem Museum, das in den malerischen
Raeumlichkeiten der Fortezza della Brunella, untergebracht
ist, ist ein botanischer Garten angelegt worden. In Casola di Lunigiana
liegt das Museo del Territorio dell'Alta Valle Aulella (Museum
des Territoriums des oberen Aulella-Tales) mit dem Parco Archeologico,
der zahlreiche Statuen und Stelen enthaelt und einer Sektion mit dem
Namen "borgo in mostra". Hier sind Fundstuecke aus der Valle
Aulella ausgestellt, Zeugnisse, die von der Urzeit bis zum Mittelalter
reichen und ein komplettes Panorama der Geschichte dieser Gegend liefern.
In der Aussenabteilung des Parco Archeologico befinden sich Kopien
der bedeutendsten Stelen, die im Territorium bis hin zur Grenze nach
La Spezia gefunden wurden; der "borgo in mostra" ("Der
Ort zeigt sich") ist ein Rundgang durch das historische Zentrum
Casolas, vorbei an Palazzi, Muehlen und mittelalterlichen Ansiedlungen.
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