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HUEGEL >> LUNIGIANA

GASTRNOMIE, WEINE UND TYPISCHE PRODUKTE

Auch die Gastronomie der Lunigiana hat ihren Ursprung in der Geschichte, als die Osterien und Tavernen zur Staerkung von Pilgern, Reisenden und Soldaten dienten, die auf diesen Strassen nach Mittelitalien zogen. Die Identitaet der Lunigiana ist auch in ihrer Kueche deutlich erhalten geblieben, und die lokale Gastronomie bietet unglaublich viele verschiedene Spezialitaeten, Ergebnis der Begegnung der toskanischen, ligurischen und emilianischen Kueche. Die Kultur der guten Kueche ist eng mit der Gastfreundschaft dieser Gegend verbunden: ein Besuch einer Osteria oder eines Restaurants bedeutet nicht nur einfach, sich den Bauch vollschlagen, sondern den lebendigen Kontakt mit den Traditionen der Lunigiana und der weitbekannten Gastfreundschaft seiner Menschen zu erleben.
Natuerlich handelt es sich hier, wie in der ganzen Toskana, um eine Kueche der "armen" Zutaten, da die Hausfrauen frueher nur ueber wenige Zutaten verfuegten und damit auskommen mussten. Heute ist die Kueche der Lunigiana reicher geworden, ohne aber ihr Hauptmerkmal, die Maessigkeit, zu verlieren. Nicht zu versaeumen sind die "testaroli", eine hauchduenne Pasta, die nur eine Minute gekocht wird und dann mit Tomatensosse oder "Pesto alla genovese" auf den Tisch kommt. Eine Variante sind die "panigacci", das Symbol der lokalen Kueche: eine Art kleiner hausgemachter Fladen, die mit den exquisiten Wurstwaren der Lunigiana belegt werden, wie dem "culatello", gekochtem Schinken, Salami und Wuersten. Der, aus der Schulter gewonnene, gekochte Schinken der Lunigiana hat einen unvergleichbaren Geschmack: er wird, mit den Knochen in fette Haut gewickelt, aufbewahrt, und nach einer zwoelf monatigen Lagerung kann er entweder roh als Aufschnitt oder gekocht genossen werden, ganz wie zu frueheren Zeiten, als er zu Festen und besonderen Anlaessen auf den Tisch kam. Besonders empfehlenswert sind die Gemuesetorten, wie die "alle erbe fini" (mit feinen Kraeutern), und die
"tortelli", eine koestliche hausgemachte Vorspeise aus mit Gemuese, Eiern und Kaese gefuelltem Nudelteig.
Die "lasagne bastarde" der Lunigiana verdanken ihren Namen der Mischung von Weizen-und Kastanienmehl. Sie werden mit "olio extravergine d'oliva" und Parmesan oder einer delikaten Porreesosse abgerundet. Eine Koestlichkeit fuer Feinschmecker ist das Zeri-Lamm, dessen Geschmack auf der besonderen Schafsrasse der Zaren beruht, die nur auf den offenen Feldern der Lunigiana
weiden. Ihr Fleisch ist zart, weich und delikat im Geschmack. Typisch fuer diese Gegend ist auch die Bigliolo-Bohne, die seit Jahrhunderten auf den Terrassen der Huegel angebaut wird: die duenne Haut und das besonders cremige Innere kann man am besten schaetzen, wenn man sie nur mit einem Hauch kaltgepressten Olivenoels lokaler Herstellung anrichtet. Sehr zu empfehlen sind die Steinpilze der Lunigiana mit ihrer intensiven Wuerze und dem delikaten Geschmack: im Sommer werden sie frisch verzehrt, fuer den Winter trocknet man sie mit natuerlichen handwerklichen Verfahren.
Zu Recht beruehmt ist der Honig der Lunigiana, der weitaus geschaetzteste Italiens: es war der erste Honig, der die Auszeichnung D.O.P. erhielt: das Geheimnis seines aromatischen Geschmacks liegt gaenzlich in der Tatsache, dass die Wiesen, wo sich die Bienen ernaehren, noch ganz unverseucht sind.
Man kann ihn als Blueten-, Akazien- und Kastanienhonig probieren. Die Reinkeit von Luft und Boden spiegeln sich auch im Geschmack des Lunigiana- Apfels wider, der nur mit biologischen, ganz ohne chemische, Schaedlingsvernichtungsmittel und Duenger angebaut und behandelt wird: sein Fruchtfleisch ist weiss, der Geschmack leicht saeuerlich und das Aroma intensiv. Das Brot der Lunigiana ist die ideale Ergaenzung all dieser typischen Spezialitaeten: die aussergewoehnliche Qualitaet des Mehles, die
natuerliche Hefe und die Reinheit, des zur Zubereitung verwendeten, Wassers verleiht ihm seinen koestlichen Geschmack, der durch das Backen im Holzofen mit aromatischem Kastanienholz unterstrichen wird. Die Kaesespezialitaeten dieser Gegend, besonders der "Pecorino" (Schafskaese) und die "Caciotta" (ein Weichkaese) kauft und kostet man direkt bei den Schaefern, deren Herden noch uneingezaeunt leben.
In der Lunigiana muss ein Essen von den, seit roemischen Zeiten beruehmten, Weinen lokalen Anbaus begleitet werden, die von gaenzlich autochthonen Reben stammen. In der Val di Magra haben sich die kleinen Hersteller zum Konsortium der Weinhersteller der Lunigiana (Consorzio Produttori di Vino
della Lunigiana) zusammengeschlossen. Ein schoenes Erlebnis fuer alle Touristen ist die Fahrt auf der "Strada del Vino dei Colli di Candia e di Lunigiana" (der lokalen Weinstrasse), ein Ausflug vorbei an Burgen, Pieven und kleinen Huegelsiedlungen auf der Suche nach dem Geschmack. Hier kann man den beruehmten D.O.C. "Candia dei Colli Apuani", den seit langem bekannten D.O.C. "Colli di Luni" und eine reiche Auswahl an I.G.T. Weinen der "Val di Magra" kosten. Das vielfaeltige Angebot der lunigianischen Weinproduktion ist in der Lage, auch den anspruchsvollsten Weinkennern zu befriedigen, Liebhaber von Rot-und Weissweinen, aber auch die des Rosé, sowie die Freunde eines Glases trockenen, suessen und lieblichen Weines.
Ein Essen in der Lunigiana klingt zweifelsohne mit dem unverwechselbaren Elisir di China aus, noch heute nach dem traditionsreichen Rezept der Apotheke Clementi in Fivizzino hergestellt. Der volle und aromatische Geschmack des China von Fivizzano geht auf ein Geheimrezept aus dem Jahre 1884 von Guiseppe Clementi zurueck, das seit seiner Erfindung auch ausserhalb der Grenzen der Lunigiana beruehmt ist.




















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