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HUEGEL >> GARFAGNANA

GALLICANO

Gallicano ist ein, seit jeher fuer sein Handwerk und fuer die typischen Aktivitaeten dieser Landschaft, bekanntes Zentrum: der Zusammenfluss von Serchio und Turrite und das Eisenbergwerk der nahen Apuanischen Alpen machten die Herstellung und Verarbeitung von Eisen zum Hauptwirtschaftszweig dieses Ortes seit dem fernen 14.Jh.
Heute haben gluecklicherweise die Touristen den Platz der Waffen eingenommen, und in Gallicano beginnen viele der Treckingrouten und Reitwege, die die Garfagnana durchziehen. Sehenswert sind die, dem Taeufer geweihte, Renaissance-Pieve und die Kirche San Jacopo Maggiore, deren Ursprung auf die Jahre vor 1000 zurueckgeht, und die ein grosses Altarbild aus Terrakotta Della Robbias bewahrt. Der Ort ist auch fuer seine tuechtigen Fahnentraeger bekannt, die mehrmals italienische Meister wurden.
Man sollte unbedingt einen Abstecher in die Umgebung von Gallicano einplanen, um die „Borghi“ zu besichtigen, einst Vorposten des Verteidigungssystems der Gegend. Vergemoli ist ein befestigter Ort mit schoenen Palaesten aus dem 16.Jh., waehrend das, ab dem 9.Jh. erbaute Molazzano, Ausgangspunkt fuer den Besuch der Festung Cascio ist. Wenn man den Serchio ueberquert, kommt man nach Fosciandora, dessen maechtige Festung Rocca di Ceserana beruehmt ist: die Wehrmauern laufen auf einem Kamm oberhalb des Ortes, und im Inneren ist noch die romanische, schon im 12.Jh. in Schriften erwaehnte, Kirche Sant’Andrea erhalten.
Die Camporgiano erinnert an die bewegte Vergangenheit des am Serchio gelegenen Ortes, der zwischen Lucca, Pisa, Florenz und Modena umstritten war: heute ist die Ortschaft fuer ihre lebhaften Feste und antiken Braeuche bekannt und beherbergt jedes Jahr im Juli das internationale Folklorefestival „ Festival Internazionale del Folclore“. Piazza al Serchio liegt nahe einer, vom Fluss geformten Schlucht, an der sich die Ruinen einer mittelalterlichen Burg erheben. In der Umgebung lohnt sich ein Abstecher nach San Michele und zur antiken gemauerten Burg Nicciano, im Herzen eines netten Ortes, der im Jahre 603 von Lucca zerstoert wurde.
Eine Rundfahrt durch die Garfagnana sollte auch den Besuch der Ansiedlungen des mittleren Serchio-Tals, Borgo a Mozzano, Bagni di Lucca, Villa, Coreglia Antelminelli, und Barga, Dieser, abseits der grossen toskanischen Verbindungsstrassen gelegene Abschnitt des Serchio ist abseits der wichtigsten geschichtlichen Ereignisse geblieben und hat so seine Natur und die Zeugnisse der Vergangenheit intakt erhalten. Borgo a Mozzano lohnt einen Halt, um die kuehne „Teufelsbruecke“ zu bewundern, die mit ihrem hohen Bogen noch heute viele Ingenieure erstaunt. Bagni di Lucca ist durch sein wohltuendes Thermalwasser bekannt geworden, das schon zu Zeiten der Roemer genutzt wurde. Im 19.Jh. machten Kuenstler und Adelige aus halb Europa Bagni di Lucca zu einem exklusiven Kurort - in seinen Wassern erfreuten sich Rossigni, Carducci, Puccini, Byron und Shelly. Diese wohlhabenden Touristen hinterliessen einige schoene, in der Umgebung verstreute , Villen und ein eindrucksvolles Landhaus in Ponte a Serraglio. Im nahen Villa bewundert man einige Villen des Adels von Lucca, waehrend man auf der Fahrt ins Herz der Garfagnana auf die Ortschaft Coreglia Antelminelli trifft, einen weiteren schoenen Erholungsort mit wertvollen Monumeten. Coreglia Antelminelli bietet ausser einem schoenen Palazzo aus dem 16.Jh., heute Sitz der Gemeindeverwaltung, und zwei huebschen romanischen Kirchen das originelle Museo della figurina di Gesso e dell’Emigrazione (Museum der Gipsfiguren und der Auswanderung).
Der letzte Ort des mittleren Abschnitts des Serchio-Tals ist Barga, ein elegantes mittelalterliches Staedtchen, das in seiner schlichten Architektur die fast ununterbrochene Vorherrschaft der Florentiner zeigt. Die Altstadt ist wirklich wunderschoen und perfekt seit dem Mittelalter erhalten, so wie auch die Steinpflasterung der Strassen. Das bedeutendste Gebaeude von Barga ist der Dom, ein hervorragendes Beispiel der religioesen Architektur des 11.Jh.s.Der Dom wurde im 14.Jh. umgebaut: sowohl die Fassade, als auch das Innere der Kirche sind sehr schlicht. Im Inneren sind zahlreiche Reliquien aufbewahrt, in der Kapelle des Sakraments befinden sich Werke der Schule Robbias und eine hoelzerne Statue von San Cristoforo. Im Sommer finden in Barga das Festival Barga Jazz und das, der lyrischen und klassischen Musik gewidmete, Opernfestival statt. Unweit liegt das Haus von Giovanni Pascoli, wo das Grab des beruehmten Dichters zu sehen ist, und der Canyon „Orrido di Borti“, einer der naturalistisch interessantesten Orte der ganzen Garfagnana.
Giuncugnano, ein kleiner 1000 Seelen-Ort, wird auch „das Dach der Garfagnana“ genannt, da man von dem, ihn ueberragenden Gipfel des Monte Tondo einen herrlichen Blick von den Monti Pisani bis hin zum Golf von La Spezia und fast bis zu den Ligurischen Alpen hat. Die intakte Natur und eine, der Madonna della Guardia geweihte, Wallfahrtskirche machen es zu einem Ort voller Spiritualitaet. Sillano ist der Emilia am naechsten gelegene, noerdlichste Ort des Serchio-Tals, wo bis vor einigen Jahrzehnten die Menschen noch von Viehzucht und Forstwirtschaft lebten. Die Traditionen sind hier noch wach, aber es werden auch internationale Motorradrennen mit Sidecar abgehalten. San Romano liegt zu Fuessen des Parks dell’Orecchiella und bewahrt eines der bedeutendsten Beispiele mittelalterlicher Verteidigungsbauten in der Garfagnana, die Festung delle Verrucole, die erst kuerzlich von der Gemeinde restauriert worden ist. Die Strenge dieser maechtigen Festung steht im Kontrast zu der Ueppigkeit der barocken Pfarrkirche von San Romano. Die strengen Zuege des romanischen Stils sind die Merkmale der Pieve della Sambuca, die an einem Felsvorsprung „klebt“.
Einen Abstecher wert sind auch der nahe Borgo Orzaglia mit seinen typischen Merkmalen der urspruenglichen Landschaft und die Ansiedlung Sillacagnana, deren Gassen mit Flusskieseln gepflastert sind, und wo fast alle Gebaeude aus grauem Sandstein gefertigt sind. Wer sich noch weiter dem Park naehern will, kann auch in Villa Collemandina uebernachten, das inmitten von gruenen Wiesen und Waelder liegt, die die unmittelbare Naehe der Orecchiella ankuendigen. Nett sind auch die Ortsteile von Villa Collemandina, wie Sassorosso, das seinen Namen nach dem rosa Kalkstein erhielt, aus dem alle Bauten errichtet sind, und das, zu Fuessen des gleichnamigen Hochlands liegende Corfino und Canigiano, das fuer seine herrlich frische Quelle bekannt ist.In der Naehe liegt Pieve Fosciana, dessen mittelalterliche r Ortskern von modernen Wohnhaeusern umgeben ist. Frueher befand sich an dieser Stelle eine viel besuchte Pieve, waehrend der Ort heute fuer die therapeutischen Wirkstoffe von Prà di Lama bekannt ist, ein seit mehr als 10 Jahren viel besuchter Kurort. Etwas hinter Pieve Fosciana erkennt man die maechtigen Wehrtuerme von Castiglione Garfagnana, einer malerischen, noch heute von den 1371 von Lucca errichtetenWehrmauern geschuetzten Ansiedlung. Diese Ortschaft bietet einen aeusserst malerischen Anblick, und ein Spaziergang entlang der, von herrlichen Palazzi gesaeumten, Pflastergassen ist die beste Art, die besondere Atmosphaere zu geniessen. Nicht zu versaeumen sind die romanisch-gothische Fassade der Kirche San Michele und die Kirche San Pietro, deren Glockenturm auf einem alten Wehrturm erbaut wurde. Ein Muss ist der Ausflug nach San Pellegrino in Alpe, einem hervorragenden Aussichtspunkt und Sitz des Museums baeuerlicher Kultur.





















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