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VON SIENA NACH MONTALCINO
Asciano, das auf die Etrusker und Roemer zurueckgeht, bewahrt
seinen mittelalterlichen Aspekt dank der maechtigen Befestigungsmauern
aus dem 14.Jahrhundert.
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Die
Bauten, die waehrend des Faschismus und nach dem Zweiten Weltkrieg
realisiert wurden, haben den Stadtkern von Asciano, der noch seine
ganze antike Ausstrahlung besitzt, nicht beruehrt. Herrlich ist die
Landschaft, die man auf der Fahrt nach Asciano durchquert: die sanften
Creten, die im Sommer mit Sonnenblumen und im Winter mit Weiden bedeckt
sind. Im Zentrum ist die Kollegiatskirche Sant'Agata einen Besuch
wert, eine aus Travertinstein erbaute, romanische Kirche des 12.Jh.s
mit einem zinnenbesetzten Glockenturm aus dem folgenden Jahrhundert.
Gleich neben der Collegiata befindet sich das Museum heiliger Kunst,
wo zwei Statuen von Francesco Valdambrino und Werke von Malern der
senesischen Schule des 14.-15.Jh.s ausgestellt sind. Sehenswert ist
auch das archaeologische Museum mit Fundstuecken aus der Umgebung
von Asciano, die auf das Ende des 5.Jh.s v.Chr. bis hin zum Beginn
des 1.Jh.s nach Chr. zurueckgehen. Im Museum Cassioli sind Gemaelde
des Meisters Amos Cassioli aus Asciano und seines Sohnes ausgestellt.
Dank seiner zentralen Lage eignet sich Asciano sehr gut fuer
zahlreiche Ausfluege in die Umgebung, angefangen von Rapolano Terme,
einem schon im Mittelalter fuer seine Schwefelquellen beruehmten Kurort.
Rapolano Terme birgt auch ein bedeutendes geschichtliches und kuenstlerisches
Patrimonium: es beherbergt naemlich das Gemeindezentrum fuer zeitgenoessische
Kunst mit einer permanenten Ausstellung und einer reichhaltigen Bibliothek,
in der Schriften italienischer und auslaendischer Kuenstler gesammelt
sind. Liebhaber antiker Kunst besichtigen gerne die Kirchen della
Fraternita, Santa Maria Assunta und San Bartolomeo. Beeindruckend
sind auch die Reste der Stadtmauern aus dem 14.Jh., das Tor der Faerber
und die noch heute intake, romanische Pieve San Vittore. In der unmittelbaren
Umgebung von Rapolano sind von April bis Oktober die Anlagen von San
Giovanni Battista und Antika Querciolaia geoeffnet.
Der Ortsteil Serre di Rapolano ist fuer seine Travertinbrueche
bekannt und bewahrt einen malerischen mittelalterlichen Kern, aus
dem der gothische Justizpalast und die Pieve San Lorenzo hervorstechen.
Sehenswert sind auch die Reste der Burg und einer antiken "Grancia",
eines typischen senesischen Bauernhofes, der einst das Getreidelager
fuer das Spedale di Santa Maria della Scala war. Heute beherbergt
es ein Dokumentationszentrum und ein Museum, das die Geschichte und
die Aktivitaeten der antiken "Grancie" erlaeutert.
Auf dem Weg von Asciano nach San Giovanni d'Asso ist ein Halt
in der herrlichen Benediktinerabtei Monte Oliveto Maggiore,
Pflicht, die auf einem uneinnehmbaren Huegel inmitten von Zypressen
liegt. Die 1313 von Beato Bernardo gegruendete Abtei ist von einem
jahrhundertealten Park mit einem Fischteich aus dem 16.Jh.umgeben.
Den Kern des Komplexes bildet ein grosser Kreuzgang, der mit Fresken
aus der Renaissance verziert ist, die die Geschichte San Benedettos
erzaehlen: 36 Szenen, die zwischen 1495 und 1505 von Luca Signorelli
und Sodoma gemalt wurden; dieser letzte hat der Abtei Monte Oliveto
auch eines seiner Meisterwerke hinterlassen: Jesus, der das Kreuz
traegt. Das Innere der Kirche geht auf das 15.Jh. zurueck; barocke
Dekorationen wurden im 17.Jh. hinzugefuegt. Vom mittleren Kreuzgang
gelangt man in den Speisesaal und die Bibliothek, wo schoene Miniaturen
des 14.-15.Jh.s aufbewahrt werden. In den Klosterbibliothek befinden
sich ueber 4000 Baende, Broschueren, Inkunabel, die liebevoll von
den Moenchen aufbewahrt werden, die hier auch eine wichtige Werkstatt
zur Restauration antiker Buecher haben.
Auf dem Weg von Asciano nach Chiusure erreicht man San Giovanni
d'Asso Chiusure, ist einen Abstecher wert dank der schoenen
Grenzfestung, die die Seneser im 13.Jh. auf einer Anhoehe erbauten,
von wo man ein einzigartiges Panorama ueber die Crete hat. Chiusure
ist auch fuer die vorzuegliche Qualitaet seiner Artischocken und fuer
den Pecorino bekannt, der zu den besten der Region zaehlt.
San Giovanni d'Asso ist die Heimat aller Liebhaber des weissen
Trueffels der Crete Senesi. Auch wer den besonderen Geschmack des
Trueffels nicht schaetzt, sollte auf jeden Fall nach San Giovanni
d'Asso kommen, einer netten landwirtschaftlichen Ortschaft inmitten
der herrlichen Kulisse der Crete mit seinen vielen Agriturismen. Die
Altstadt bewahrt Struktur und Aspekt des Mittelalters und wird von
einer eleganten Burg ueberragt, die im 12.Jh. den Herzoegen Scialenga
gehoerte und dann Teil des Spedale della Scala di Siena geworden ist.
In den malerischen Raeumlichkeiten der Burg wird jedes Jahr im November
die Messe des weissen Trueffels abgehalten, waehrend man das ganze
Jahr ueber die Kirche San Giovanni Battista aus dem Trecento und die
Kirche San Pietro in Villore, eine Pieve aus dem Jahre 1000 inmitten
von Zypressen besichtigen kann.
Suedlich der Abtei Monte Oliveto Maggiore liegt Buonconvento,
ein antiker befestigter Borgo, der den Zusammenfluss der Fluesse Arno
und Ombrone ueberragt. Das an der Via Francigena gelegene Buonconvento
hat sein mittelalterliches Stadtbild und seine maechtigen Mauern aus
roten Ziegeln erhalten, die die Seneser zwischen 1371 und 1381 errichteten.
Die Porta Senese ist der Eingang in den Stadtkern, wo man das Museum
sakraler Kunst der Val d'Arbia besucht, das in der Gemeindebibliothek
untergebracht ist: hier sind lithurgische Einrichtungsgegenstaende,
Schmuck, Skulpturen und viele Gemaelde von Meistern der florentinischen
und senesischen Schule des 14. bis 17.Jh.s aufbewahrt. Die modernsten
Bauten von Buonconvento haben kurvenreiche Dekorationen und Blumenmotive
auf den Fassaden, die zu Beginn des 20.Jh.s im Liberty Stil ausgefuehrt
worden sind. Feinschmecker kommen hier voll auf ihre Kosten bei Trueffeln,
Wuersten, Schinken, Honig und Mortadella.
Montalcino Montalcino ist auf der ganzen Welt fuer die unnachahmbare
Qualitaet seiner Weine beruehmt, die den Gaumen erfreuen, so wie fuer
die herrliche Landschaft, die die Augen erfreut. Die Stadt des Brunello
erhebt sich auf einem mit Olivenhainen und Weingaerten bewachsenem
Huegel, von wo man die Taeler der Fluesse Asso, Ombrone und Arbia
ueberragt. Das schon z.Zt. der Etrusker und Roemer bewohnte Montalcino
wurde von der Abbazia di Sant'Antimo, verwaltet, bis es eine
autonome Gemeinde wurde. Nach der Schlacht von Montaperti im Jahre
1260 kam es unter den Einfluss von Siena, das 1361 die Rocca errichtete,
die spaeter in die Geschichte einging, da sie laenger als alle anderen
senesischen Besitzungen der Eroberung der Florentiner Widerstand leistete.
Die Mauern umrahmen heute noch das Zentrum von Montalcino um die Piazza
del Popolo. Sehenswert ist der Palazzo dei Priori, ein herrliches
Beispiel der senesischen Architektur des Trecento mit einem zinnenbesetzten
Turm und heute Sitz der Gemeinde. Am Hauptplatz liegt auch die Loggia
aus dem 14.Jh., waehrend man auf den Huegel steigen muss, um die Festung
zu bewundern, ein besonderes Beispiel mittelalterlicher Militaerarchitektur
mit einer pentagonalen Form. Im Museo Civico e Diocesano sind viele
wertvolle Werke der senesischen Schule aufbewahrt, die bald ihren
endgueltigen Standort in den Raeumlichkeiten des Seminars neben der
Kirche Sant'Agostino aus dem 14.Jh.einnehmen werden: ausser einem
wunderschoenen, im 12.Jh. gemalten Kreuz aus Sant'Antimo ist hier
die sogenannte Standarte von Siena aufbewahrt, ein Werk Giovanni di
Lorenzos, das lange Sodoma zugeschrieben worden ist. Der im 19.Jh.
am Ort der antiken Pieve San Salvatore erbaute Dom von Montalcino
ist ein grossartiges Beispiel der neoklassizistischen Architektur.
Montalcino, die Heimat der beruehmtesten Spitzenweine der Welt,
weist gleich 3 Docq und 5 Doc Weine auf; der bekannte Brunello, der
erst nach 6 Jahren Lagerung genossen wird, zwei in Eichenfaessern
gelagerte Weine, der Chianti der Colli Senesi und der Vinsanto del
Chianti sind mit dem Markenzeichen der kontrollierten und garantierten
Herkunft ausgezeichnet. Der Chianti dell'Etruria Centrale, der Moscatello
di Montalcino, der Rosso di Montalcino, der Bianco di Sant'Antimo
und der Orcia Rosso verfuegen ueber eine Qualitaet und Merkmale, die
vom Markenzeichen Doc garantiert werden. Wer Montepulciano besucht,
sollte nicht den ueppigen Rinderbraten versaeumen, der mit reichlich
Brunello begossen wird (es lohnt sich, zu Fuss zum Restaurant zu gehen,
um nachher nicht mehr fahren zu muessen!); aber man sollte auch mal
auf seine Diaet verzichten fuer die "Cavallucci", die Salami,
den Homig und das "Panforte", die in den Laeden des Zentrums
verkauft werden.
Die mittelalterliche Atmosphaere, die sanfte Landschaft der
Weinberge, die atemberaubenden Aussichten, die erstklassigen Weine
fuer Kenner verbinden sich in Montalcino mit einem touristischen und
agritouristischem Spitzenangebot, das erholsame Ferien, Koestlichkeiten
in den Gaststaetten des Ortes, Besuche in Weinkellern und von geschichtstraechtigen
Orten und Kunstwerken garantiert. Unbedingt sollte man die wunderschoene
Abtei Sant'Antimo besuchen, die der Legende nach im Jahre 781 von
Karl dem Grossen gegruendet worden sein soll. Der inmitten Olivenhainen
gelegenen, schon im 12.Jh. aktiven Abtei wurde im Jahre 1118 eine
von den Benediktinern erbaute Kirche angeschlossen: die Fassade im
romanischen Stil mit franzoesischen und lombardischen Einfluessen
hat ein schoenes Portal und ist aus Travertinstein und Onyx hergestellt,
Materialien, die einen aussergewoehnlichen Glanz ausstrahlen. Im Inneren
befinden sich zahlreiche Meisterwerke sakraler Kunst, unter denen
"Daniel in der Grube der Loewen", das dem Meister Cabestany
zugeschrieben wird, und ein hoelzernes polychromes Kruzifix aus dem
12.Jh. besonders bemerkenswert sind. Von den Gebaeuden des antiken
Klosters ist fast nichts mehr erhalten. Es bleibt die Kirche , die
Anfang des 20.Jh.s vollendet und restauriert wurde und heute von den
franzoesischen Moenchen des Ordens Sant'Antimo bewohnt wird, die hier
auch regelmaessig Messen abhalten. Unweit von Sant'Antimo ist Castelnuovo
dell'Abate einen Abstecher wert. Eine kleine Ansiedlung, die ihren
mittelalterlichen Aspekt bis heute erhalten hat: hier sind der Bischofspalast
aus dem 15.Jh. und der Palazzo Bellanti aus der spaeten Renaissance
zu besichtigen. Die im Jahre 1597 restaurierte Pfarrkirche zeigt noch
ihre originale romanische Struktur.
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