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IMPRUNETA
Das auf einem Bergruecken gelegene Impruneta, von wo man
ein einzigartiges Panorama ueber die Stadt Florenz geniessen kann,
ist ein lieblicher Ort, beruehmt in der ganzen Welt fuer die Produktion
der Terrakottafliesen, die
schon zum Bau der Kuppel Brunelleschis von Santa Maria del Fiore
benutzt wurden.
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Inmitten
einer Landschaft sanfter Huegel voller Olivenhaine und Weinreben bewahrt
Impruneta viele Zeugnisse seiner an Kunst und Geschichte reichen Vergangenheit,
Zeichen der Praesenz des Menschen in perfekter Harmonie mit der Natur.
Einst etruskische Ansiedlung, wurde Impruneta im Mittelalter Lehnsgut
der Buondelmonti bis zum Jahr 1135, als es sich der Herrschaft von
Florenz beugen musste. Im 13.Jh. begann sich der Ruf eines Gemaeldes
Marias herumzusprechen, einer Ikone mit einem schwarzen Gesicht, Ueberbringerin
von Gesundheit und Fruchtbarkeit, die der Tradition nach vom Evangelisten
Lukas gemalt worden ist, und welche noch heute im Inneren der Basilika
Santa Maria in Impruneta aufbewahrt wird. Das heilige Abbild wurde
auf Wallfahrten im Anlass von Hungersnoeten, Kriegen, Duerreperioden
oder Epedemien von Impruneta nach Florenz gebracht. Die Pieve von
Impruneta erlebte einen Aufschwung ihrer Macht bis sie die Leitung
ueber 21 Kirchen uebernahm und sich um sie herum der eigentliche Ort
und kleine Ansiedlungen entwickelten. Impruneta erlebte dasselbe Schicksal
der grossherzoglichen Toskana bis hin zur Vereinigung Italiens; leider
wurden sowohl der Ort als auch die Basilika im Bombenhagel des 27.Juli
1944 stark zerstoert.
Eine
Besichtigung Imprunetas beginnt natuerlich an der herrlichen Basilika
Santa Maria, deren Bogengang auf den nach den Buondelmonti genannten
Hauptplatz blickt. Errichtet wurde die Basilika, die als kleine romanische
Pieve entstand und im Jahre 1060 geweiht wurde, auf dem Standort eines
etruskisch-roemischen Heiligtums. Mit dem immer groesser werdenden
Ruf des Heiligenbildes wurde die Kirche im Laufe des 14.Jh.s. weiter
vergroessert, Mitte des 15.Jh.s voellig restauriert und in den folgenden
Jahrhunderten weiter veraendert.
Das Innere ist nach den schweren Schaeden im letzten Weltkrieg
sorgfaeltig im Renaissance-Stil restauriert worden: innen beherbergt
die Pieve zwei wunderschoene Aedikulen, die Michelozzo zugeschrieben
werden und die mit glasierten Majoliken von Luca della Robbia dekoriert
sind. Die linke Aedikula huetet die Ikone der Madonna von Impruneta,
die auch heute noch zu besonderen Anlaessen mit einer festlichen Prozession
in die Kathedrale Santa Maria del Fiore in Florenz gebracht wird.
Vom Inneren der Kirche gelangt man in den schoenen Kreuzgang und die
Krypte. Neben der Basilika befinden sich die Bogengaenge del Pellegrino
(des Pilgers), die den Glaeubigen, die zur Verehrung der Madonnenikone
in die Basilika kamen, Obdach bieten sollten und das Museum sakraler
Kunst, wo Silberwaren, Schmuckstuecke, illuminierte Codexe und andere
Gegenstaende die Geschichte der Wallfahrtskirche
erzaehlen. Von besonderem Interesse ist das Basrelief aus Marmor,
das den Fund des Madonnenbildes darstellt; es ist nicht sicher, ob
es Michelozzo oder Luca della Robbia zuzuschreiben ist.
Einen
Besuch wert ist die Anhoehe des Monte delle Sante Marie, von wo man
einen herrlichen Blick hat, und die man, vorbei an 15 kleinen Tabernakeln,
auf einem, fuer Prozessionen ausgebauten, Weg erreicht. Die Umgebung
von Impruneta sollte man in aller Ruhe erkunden und so die Villen,
Pieven und historischen Orte dieser Landschaft rarer Schoenheit entdecken.
Mezzomonte, Pozzolatico, San Gersolè, Bagnolo, Quitole und
Le Rose bewahren herrschaftliche Gebaeude des 15. Jh.s, romanische
Pieven und Tabernakel versteckt im Gruenen der mit Oliven und Wein
bebauten Huegel. In Montebuoni ist der antike, mittelalterliche, von
den Buondelmonti erbaute Ortskern noch intakt erhalten. Heute ist
er in kleine Wohneinheiten unterteilt, die an Privatleute verkauft
wurden. In der Naehe liegt auf dem Huegel Vallombrosina die gleichnamige
Kirche, ein herrliches Gebaeude des 14. Jh.s, und die Ueberreste des
antiken Spedale di San Giuliano, welches von den Moenchen von Vallombrosa
geleitet wurde.
Das
typische Produkt von Impruneta ist die Terrakottafliese fuer die Herstellung
von Ziegeln und Fussboeden, aber auch fuer Behaelter, Becken, Oelkruege,
Statuen und inrichtungsgegenstaende, die in die ganze Welt exportiert
werden. Die imprunetische Tradition der Tonbearbeitung und des anschliessenden
Brennens fuer die Herstellung von Gegenstaenden des taeglichen Gebrauchs
geht auf das Jahr 1098 zurueck. Noch heute ist sowohl die industrielle
Produktion, als auch die Herstellung von Kunstgegenstaenden
und Luxusverzierungen fuer Villen und Gaerten sehr aktiv. Die Tradition
dieses Kunsthandwerks wird in den Werkstaetten von Generation an Generation
weitergegeben. Koestlich sind auch die landwirtschaftlichen Erzeugnisse
Imprunetas, das ueber fruchtbare Boeden und ein besonders guenstiges
Klima verfuegt. Bei den Weinen moechten wir hier besonders den Chianti
der Colli Fiorentini und den Prunellino, einen jungen, vor kurzem
erst von den lokalen Weinbauern kreierten Wein, empfehlen. Von aussergewoehnlich
guter Qualitaet ist auch das Olio Extravergine d'Oliva, ein kaltgepresstes
Olivenoel, eines der besten Italiens.
Das Fest der Weintrauben (Festa dell'Uva), das jedes Jahr am
letzten Sonntag im September stattfindet, ist ein der schoensten Volksfeste:
die vier Stadtviertel ringen um den Sieg, indem sie grosse llegorische
Wagen zum Thema Wein und Trauben fertigstellen. Antiker Herkunft ist
auch das Fest von San Luca, im Programm in der Woche um den 18. Oktober,
dem Tag des Schutzpatrons der Stadt. Dieses Fest hat seinen Ursprung
in der Transhumanz, und deshalb darf auch heute die Viehausstellung
nicht fehlen. Die Festlichkeiten werden von verschiedenen gastronomischen
Hoehepunkten begleitet, sowie dem Verkauf lokaler Produkte, dem von
den vier Stadtteilen ausgetragenem Pallio der Pferde und dem der "Ciuchi"
(Esel). |
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