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FIESOLE
Absolut malerisch ist Fiesole, der "adeligste"
Ort in der Umgebung von Florenz. Seit dem Gruendungsjahr 59 v. Chr.
hat Fiesole seine ganze Geschichte mit der nahen "Stadt der
Blume" geteilt.
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Auch
Fiesole verfiel auf Grund der barbarischen Invasionen und wurde 1125
von Florenz zurueckerobert. Als bevorzugter Sitz der Familie Medici
wurden im 18. und 19. Jh. Villen, Gaerten und herrschaftliche Palaeste
erbaut. Als wichtiges etruskisches Zentrum, das von den Roemern im
Jahe 80 v. Chr. kolonisiert wurde, verfuegt Fiesole ueber ein aussergewoehnliches
archaeologisches Erbe und ueber Denkmaeler, die heute noch von seinem
Ursprung zeugen. Im archaeologischen Teil befinden sich lange Abschnitte
der Stadtmauer aus dem 3. Jh. v. Chr. und das herrliche roemische
Theater, das vor der Haelfte des 1.Jh.s nach Christi in der Kaiserzeit
fertiggestellt wurde. Das Theater, in dem noch heute Opernauffuehrungen
des "Fiesole Sommers" (Estate Fiesolana) dargeboten werden,
verfuegt ueber mehr als 3000 Plaetze, und in seiner Naehe befinden
sich noch die Thermen, das Calidarium und der heilige Bereich mit
Resten eines roemischen Tempels.
Das Archaeologische Museum von Fiesole zeigt Zeugnisse aus
dem 15.Jh. v. Chr., der Bronzezeit, etruskische und roemische Funde
aus den umliegenden Feldern, wie Urnen, Kelchen, Bronzestatuen und
architektonischen Elementen, die im archaeologischen Gebiet gefunden
worden sind. Auf dem Hauptplatz des heutigen Ortes befinden sich der,
aus dem 14. Jh. stammende, und in den folgenden Jahrhunderten umgebaute,
Palast des Praetors und die antike Kirche Santa Maria a Primerana.
Auf der gegenueberliegenden Seite des Platzes liegt die Kathedrale,
ehemaliger Bischofssitz, als die Dioezese von Florenz noch nicht aktiv
war; die heutige, restaurierte Fassade stammt aus dem 19.Jh., aber
in ihrem Inneren birgt die Kathedrale den originalen hochmittelalterlichen
Stil und zahlreiche religioese Kunstwerke. Der Kathedrale gegenueber
steht der Bischofspalast, auch er aus dem 13.Jh. und restauriert im
17.Jh., als das angrenzende Seminar errichtet wurde. Im Zentrum befindet
sich das Museum Bandini, welches kleine Kunstwerke, Skulpturen und
Gemaelde der toskanischen Schule des Sammlers und Kunstliebhabers
Angelo Maria Bandini enthaelt, und unbedingt einen Besuch wert ist.
Das Museum Fondazione Primo Conti, in der herrlichen Villa des Kuenstlers,
enthaelt eine reiche Sammlung des florentinischen Malers, welcher
den Futurismus als Protagonist erlebte, und ein grosses Archiv mit
Dokumenten, wie Manifesten und Zeitschriften ueber die Avantgarde
der Maler des fruehen 20.Jh.s.
Eine
andere schoene Villa, die des Roseto, war der Wohnsitz von Giovanni
Michelucci, einem der bedeutendsten italienischen Architekten und
Urbanisten, beruehmt fuer den Entwurf des Bahnhofs Santa Maria Novella
in Florenz und der Kirche an der Autostrada del Sole. Die Villa, von
der man einen wunderschoenen Blick ueber die Huegel des Arnotals bis
hin zur Kuppel des Brunelleschi hat, stammt aus den ersten Jahren
des 20.Jh.s und ist von einem herrlichen Garten in Terrassenform umgeben,
wo Olivenbaeume, Weinreben und typische Kraeuter der toskanischen
Landschaft gedeihen, wie Zypressen, Rosmarin und viele Obstbaeume.
Im Inneren der Villa sind Entwuerfe, Modelle, Fotos und Zeichnungen,
die Michelucci in seinem Leben gemacht hat, ausgestellt.
Die Villa I Tatti beherbergte eine weitere beruehmte Persoenlichkeit
der italienischen Renaissance, den Kunsthistoriker und Wissenschaftler
Bernard Berenson. Die Residenz aus dem 16.Jh. wurde von seinem Besitzer
der Universitaet von Harvard als Studienzentrum der italienischen
Renaissance uebergeben. Berensons letzter Wille wurde respektiert,
und heute stehen sowohl die Villa, als auch die reiche Bibliothek,
allen Wissenschaftlern der Geschichte, Literatur, Kunst und Musik
offen, die sich auf die italienische Renaissance spezialisieren wollen.
Wunderschoen ist auch der von dem Architekten Cecil Pinsent entworfene
Garten, der die Villa umgibt. Ganz oben auf der Anhoehe, wo eine etruskische
Akropolis stand, steht die Kirche San Francesco, die im 14.Jh. als
Oratorium entstand und spaeter voellig veraendert wurde. Von hier
geniesst man einen atemberaubenden Blick ueber die Stadt Florenz,
die sich zu Fuessen der Anhoehe von Fiesole erstreckt. In der Umgebung
ist der Ortsteil San Domenico einen Abstecher wert: hier liegt das
aus dem 15.Jh. stammende Kloster, in dem der Tradition nach der Heilige
Angelico als Moench lebte, und das eine wertvolle Sammlung von Kunstwerken,
viele wirklich von Angelico selbst, aufweist. Nur etwas entfernt von
San Domenico laedt die Badia Fiesolana zu einem Besuch ein. Diese
Kirche war bis zum Jahre 1208 Kathedrale von Fiesole und wurde im
15. Jh. auf Wunsch von Cosimo de' Medici voellig restauriert. Das
Innere beherbergt zahlreiche Meisterwerke sakraler Kunst. An der Seite
erstreckt sich der praechtige Renaissance-Kreuzgang des ehemaligen
Badia Klosters, heute Sitz des europaeischen Universitaetsinstituts.
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