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ETWAS GESCHICHTE
Die roemische Domination folgte auf die der Etrusker, Umbrer
und Celten, die den toskanisch- emilianischen Apenin schon seit
einigen Jahrhunderten bewohnten. Aber es war das Mittelalter, das
dem Casentino seine Identitaet verlieh, eine Zeit, in der die Einsiedeleien
und Kloester errichtet wurden, die noch heute diese Landschaft kennzeichnen.
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Es
waren die Moenche von Camaldoli, die dank ihrer Verwaltungsarbeit
die ersten Dokumente herausbrachten, die uns heute helfen, die Geschichte
dieser Orte wiederzuentdecken. Nachdem die Florentiner die maechtige
Familie der Feudalherren Guidi besiegt hatten, wurde der Einfluss
der Republik Florenz auch in den Gebieten unter dem Einfluss der Moenche
spuerbar. Als Grenzgebiet zwischen den toskanischen Besitzungen und
denen des Papstes wurde der toskanisch-emilianischeApenin ein bevorzugtes
Versteck fuer Raeuber und politische Fluechtlinge, bis die Toskana
im 18.Jh. an die Lorena ging, die beschlossen, die kirchlichen Besitzungen
abzuschaffen und die Verkehrswege in diesem strategischen Gebiet zu
foerdern. Der Impuls, den Handel und Transporte brachten, dauerte
bis zur Vereinigung Italiens an. In den toskanisch-emilianischen Waeldern
ist eine der beruehmtesten Seiten der italienischen Geschichte geschrieben
worden: die des Widerstands der Partisanen waehrend des letzten Weltkriegs.
Das harmonische Gleichgewicht zwischen dem Menschen und seiner
Umwelt hat seine Wurzeln in der aufmerksamen Verwaltung des Gebietes
durch die Moenche von Camaldoli, die sich sowohl um die Nutzung, als
auch um die Bewahrung der Waelder kuemmerten. Das wertvolle Holz der
Weisstanne belieferte die Arsenale von Livorno und Pisa, aber auch
die Baustellen religioeser Gebaeude, die man in Florenz errichtete,
wie z.B. die Kathedrale Santa Maria del Fiore.Weniger aufmerksam war
die ruecksichtslose Politik der Lorena, die auch auf Grund eines grossen
Bevoelkerungswachstums, die Waelder des Casentino ausbeuteten und
verarmen liessen. Diese peinliche Erbschaft wurde von Leopoldo II
, Grossherzog von der Toskana, uebernommen, der im 19.Jh. den boehmischen
Forstinspektor Karl Simon mit der Bewahrung des Waldbestands beauftragte.
Mit Kompetenz und Passion erreichte Simon die erhofften Resultate
und hinterliess einen dichten und gut wachsenden Wald, der 1914 in
das oeffentliche italienische Gemeingut ueberging. Heute schuetzt
die Gesellschaft des Nationalparks delle Foreste Casentinesi die gebliebenen
Waelder.
Die meisten im Mittelalter errichteten Kloester und Burgen
wurden von den haeufigen Erdbeben, die den tosko-emilianischen Apenein
heimgesucht haben, zerstoert. Trotzdem sind noch viele Zeugnisse der
Vergangenheit erhalten, die zahlreiche Touristen aus Italien und dem
Ausland anziehen. Man sollte unbedingt die authentischen Meisterwerke
der religioesen Architektur wie die Franziskaner Wallfahrtskirche
La Verna, das Kloster und die Einsiedelei Camaldoli besuchen.Die Taeler
des Casentino sind ausserdem reich an antiken Pieven und kleinen Kirchen,
waehrend die Palaeste und die Kultstaetten der groesseren Staedte
zahlreiche Kunstwerke in sich bergen, die aus dem Zusammentreffen
der toskanischen, lombardischen und emilianischen Schulen entstanden
sind. Herrlich sind auch die, auf dem Land verstreut liegenden Bauernhaeuser,
die Muehlen, Bruecken und die Tabernakel, die antike Eselspfade saeumen. |
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