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Hektar Wald, ein gruenes "Meer" auf den Huegelkaemmen zwischen
der Toskana und der Romagna, unterbrochen von Fluessen, die sowohl
in die Adria als auch in das Tyrrhenische Meer muenden. Die hoechsten
Gipfel des Parks sind der Berg Falterona, wo der Arno entspringt (1654
m) und der Falco (1658 m). Der Park bietet den Touristen ein weites
Netz an Besucherzentren, Informations-und Dokumentationsstellen, Thermalanlagen,
Aufenthaltsmoeglichkeiten, Service fuer Unterkuenfte und Ausfluege..
Die unterschiedlichen Hoehenlagen und Mikroklimen des Parks
lassen Flora und Fauna in immer verschiedenen Arten erscheinen. Die
wichtigste Pflanze ist Weisstanne, deren Staemme auch 30 m hoch werden
koennen: dieser Baum mit seinem tiefen spirituellen Wert fuer die
Camaldolesen war dank seines begehrten Holzes der groesste Reichtum
des Casentino seit den Zeiten, in denen man im 16.Jh. mit seinem Holz
die Schiffe in Pisa und Livorno baute. Jahrhundertealt sind auch die
Buchen, die die Haenge des Casentino bis auf die Kaemme bedecken;
ohne gleichen ist auch die Vielfalt der Mischwaelder: Gebirgsahorn,
Ulme, Kirsche, Esche, Ilex, Linde, Kastanie und Zerreiche sind nur
einige der im Park vorhandenen Sorten. Tausend Sorten von Pflanzen,
einige davon sehr selten, machen das Casentino zu einem Paradies fuer
allle Liebhaber der Botanik; in einigen Off Limits-Gegenden hat man
sich zum Ziel gesetzt, jeden meschlichen Eingriff in die Natur zu
verbieten. In der Riserva Naturale Integrale von Sasso Fratino, einer
seit jeher wenig von den Menschen besuchten Gegegend, ist die Natur
sich selbst ueberlassen, im festen Glauben, dass diese es bestimmt
schaffen werde. Dieses Naturschutzgebiet wurde 1959 als erstes in
ganz Italien eingerichtet und ist seitdem vor jedem Eingriff geschuetzt.
Das andere Reservat im Park ist die "Riserva della Pietra",
ein Teil des antiken grossherzoeglichen Waldes, wo die Natur voellig
wild und ungezaehmt ist. Weitere Moeglichkeiten zum naeheren Kennenlernen
der casentinischen Waelder bieten der botanische Garten von Valbonella
in Corniolo, der Wald "Carlo Siemoni" von Badia Prataglia
und der Vivaio Cerreta (Baumschule) von Camaldoli. Alle verfuegen
ueber gute Fuehrer und einfache, aber spezifische Besuche.Sehr artenreich
ist auch die Tierwelt des Parks, der die reichste und verschiedenartigste
Fauna des noerdlichen Apenins enthaelt mit 160 Arten von Wirbeltieren,
40 Saeugetieren, 30 Sorten von Amphibien, Reptilien und Fischen. Der
Wolf ist auch wieder in sein ideales Habitat zurueckgekommen, und
es ist nicht besonders schwer, ihn im Casentino zu entdecken. Auch
die Hirsche sind in der zweiten Haelfte des 19.Jh.s wieder eingefuehrt
worden und sind haute eine konstante Praesenz in den Waeldern des
Parks. Damwild und Mufflons machen das Angebot an grossen Saeugetieren
komplett, ihnen Gesellschaft leisten Fuechse und Stinktiere, Steinmarder,
Wiesel, Dachse, Siebenschlaefer und Hasen. Der besondere Anziehungspunkt
des Parks bleibt aber der Adler, der in natuerlichen Verstecken der
casentinesischen Berge sicher sein Nest baut.
Um die im Park vorhandenen Tiere besser kennenzulernen, sollte
sich der Besucher an die vielen Besucherzentren und Museen wenden.
In Premilcuore studiert man das Leben des Wolfes, und man kann das
Museum der Flora und Fauna besuchen; in Ridracoli befindet sich das
Museum der Saeugetiere, waehrend in Camaldoli, Camigna und Badia Prataglia
drei Museen des Waldes liegen. Die Spiritualitaet der casentinischen
Waelder hat ihre wertvollsten Zeugnisse in den, im Park verstreuten,
Meisterwerken, wie der Einsiedelei von Camaldoli, einem wichtigen
Anziehungspunkt fuer Pilger und Besucher aus vielen Laendern, inmitten
eines hoch gewachsenen Tannenwaldes gelegen. Ein anderer Wallfahrtsort
fuer Christen aus aller Welt ist das im dichten Wald gelegene Kloster
La Verna, wo San Francesco die Wundmale erhalten hat: sowohl der tiefe
geistliche Wert des Klosters als auch seine herrliche Lage, inmitten
einer wilden Berglandschaft, ziehen Touristen vieler Nationen an.
Im Park liegen auch verschiedene archaeologische Staetten und interessante
Museen: der Bereich des Tempels von Pieve in Socana bei Castel Focognano,
die etruskische Ansiedlung Masseto bei Pratovecchio, die Reste der
roemischen Villa bei Poppi und der See Lago degli Idoli in Falterona
bei Stia. In Pratina, einem Ortsteil von Bibbiena, gibt es eine permanente
archaeologische Ausstellung, die die menschliche Praesenz in den casentinischen
Waeldern anhand von Ausgrabungen und Forschungen illustriert. Die
beste Art und Weise, den Park zu besuchen, ist das dichte Netz der
300 km langen Wanderwege entlang zu laufen. Natuerlich kann man den
Park auch mit dem Pferd oder dem Mountainbike, im Winter mit Schneeschuhen
oder Langlaufskiern entdecken. Wege und Eselspfade, die einst die
Bevoelkerungen der Toskana und der Romagna verbanden, sind heute gut
ausgebaut und beschildert, in Etappen aufgeteilt und klar auf Karten
eingezeichnet, die Touristen in den Info-Zentren erhalten koennen.
Eine besondere Reihe von Wegen bildet das Netz der "Naturwege":
Ausfluege, die auf wenigen Kilometern den Touristen, dank entsprechender
Beschilderung, die Besonderheiten der Landschaft naeher bringt.
Die Wege haben Themen wie "Die Weisstanne", "Das
Tal und Dantes Wasserfall", "Der Buchenwald", "Der
Wald", "Die Spuren des Menschen". Der der weissen Tanne
gewidmete Weg beginnt in Campigna und fuehrt durch einen der malerischsten
Tannenwaelder des Parks. Der Weg des Acquacheta-Tals und des Wasserfalls
Dantes beginnt in Acquacheta, waehrend der Weg der casentinischen
Buche in Capanno anfaengt, einem Ortsteil von Badia Prataglia, und
dann das herrliche Tal des Flusses Archiano d'Isola hinauffuehrt.
Der Weg "Baeume und Wald" fuehrt durch den Wald, die Klause
Camaldoli umgibt, das Koster, das als erstes politische Aufsaetze
zur Verwaltung der Natur herausgab.
Von Fiumicello geht man auf die Entdeckung der "Spuren
des Menschen", um zu verstehen, wie das baeuerliche Leben im
Casentino zwischen Muehlen, Pieven und Steinhaeusern bis vor wenigen
Jahrzehnten ablief. Auch der Weg, der von Castagno d'Andrea losgeht,
dokumentiert die Beziehung Mensch - Kastanien, einem der wichtigsten
Nahrungsmitteln der lokalen Bevoelkerung. Der Weg, der auch das Kloster
La Verna beruehrt, errreicht den Bergsattel Monte Penna, waehrend
der von Tredozio beginnende Weg das Tal des Tremazzo durchquert, eines
der wildesten des ganzen Parks. Der Weg, der vom Staudamm Ridracoli
zur Huette Cà di sopra fuehrt, bietet die Moeglichkeit, herrliche
Aussichten und viele der, in den Waeldern des Casentino lebenden Tiere
zu bewundern.
Ein Weg voller Emotionen ist der so genannte "Weg der
Freiheit", der die harten Jahre der Resistenz der Partisanen
vor der Nazi-Invasion illustriert. Lehrtafeln zeigen die Verteilung
deutscher Truppen und Partisanen im Gelaende auf den Wegen von Biserno
und San Paolo.Die beste Art, sich ueber die Schoenheiten des Parks
zu informieren und sie bessser beobachten zu koennen, ist ein Besuch
in den Zentren an den Toren des Parks, wo man alle Informationen ueber
Urlaub und Unterhaltungsmoeglichkeiten erhalten kann. Das Hauptbesucherzentrum
befindet sich in Badia Prataglia und behandelt vor allem die Beziehung
Mensch - Wald: das Kunsthandwerk und die Holzbearbeitung werden hier
illustriert; ausserdem erreicht man von hier den Wald "Carlo
Siemoni", der geaenderte Name des bohemischen Ingenieurs, der
den Wald pflanzte, als er fuer die Grossherzoege der Toskana an der
Aufforstung des Casentino arbeitete. Geologie und Thermalbaeder sind
die Themen des Besucherzentrums von Bagno di Romagna, das schon zu
roemischen Zeiten ein sehr wichtiger Kurort war, waehrend im Zentrum
von Chiusi della Verna die Spiritualitaet das Hauptthema ist, wo die
tiefe Beziehung zwischen der Verwaltungsarbeit der Moenche und der
Erhaltung der Waelder erklaert wird. Labors und plastische Darstellungen
erlaeutern im Zentrum von Londa die tausendjaehrige Beziehung zwischen
Mensch und Landschaft, waehrend im Besucherzentrum von Premilcuore
die Fauna, die in den Waeldern, Lichtungen und Wasserlaeufen des Parks
lebt, Hauptthema ist. Die Geschichte der antiken Romagna lernt man
im Zentrum San Benedetto in Alpe kennen, waehrend der Wald der Protagonist
im Zentrum Santa Sofia ist, wo auch der botanische Garten von Valbonella
und das Zentrum fuer Umwelterziehung Corniolo eingerichtet worden
sind. Das Wasser, das es im Casentino reichlich gibt, ist das Thema
des Besucherzentrums Stia; der Hirsch, das Maskottchen des Parks,
erwartet alle kleinen Besucher im Zentrum Tredozio.
Die Gebirgsgruppe Falterona ist das Thema des Centro Castagno
d'Andrea, wo man alles ueber den Berg, aus dem der Arno entspringt,
erfaehrt.Zur Abrundung des touristischen Angebots des Casentino duerfen
natuerlich nicht die Thermen fehlen: die von Bagno di Romagna waren
schon den Roemern bekannt, auch wenn die heutigen Strukturen fuer
die Kuren und die esthetischen Behandlungen sicher wesentlich komfortabler
sind. Fangoanwendungen, spezielle Behandlungen und Therapien, die
das alkalinischen und schwefelhaltige Wasser nutzen, machen Bagno
di Romagna zu einer besonderen Beauty Farm und einem Spa inmitten
einer unberuehrten Natur. Auch in Stia gibt es einen modernen Thermalpark,
wo die Heilkraefte des aus dem Berg Falterona kommenden Wassers genutzt
werden: Massagen, oligomineralische Wasser und Fango fuer
inen Erholungsurlaub im Herzen des Nationalparks.
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